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Allantoin in Kosmetika | Eigenschaften, Wirkung, Anwendung

Was ist Allantoin?

Allantoin ist ein kosmetischer Inhaltsstoff mit feuchtigkeitsspendenden, beruhigenden und reepithelisierenden Eigenschaften.

Es schützt die Haut und ist in zahlreichen pharmazeutischen Präparaten enthalten, die die Wundheilung unterstützen oder bei bestimmten Hauterkrankungen eingesetzt werden.

Allantoin ist ein Stoffwechselzwischenprodukt, das bei vielen verschiedenen Organismen vorkommt — von Bakterien und Pflanzen bis zu Tieren.

Besonders reichlich findet es sich im Echten Beinwell (Symphytum officinale L.), einer Pflanze aus der Familie der Raublattgewächse.

Allantoin wird außerdem mit dem Urin vieler Tiere ausgeschieden, darunter auch Larven. Dies könnte zum Teil erklären, weshalb die Madentherapie die Heilung geschädigter Gewebe fördern kann, die sich nicht von selbst schließen 1.

Beim Menschen kommt Allantoin in großen Mengen in der Amnionmembran vor, die historisch zur Behandlung von Verbrennungen und anderen Wunden verwendet wurde 2.

Wofür wird es verwendet?

Aufgrund seiner Eigenschaften wird Allantoin in verschiedenen Kosmetikprodukten eingesetzt, darunter:

  • Aftershave-Produkte;
  • Kosmetika für Kinder;
  • Formulierungen zur Milderung von Hautunreinheiten wie Akne, Furunkeln und Falten;
  • beruhigende und rötungsmindernde Kosmetika bei verschiedenen Formen von Dermatitis;
  • Feuchtigkeitscremes, einschließlich Produkten für empfindliche Haut;
  • After-Sun-Produkte;
  • Produkte zur Pflege von Narben und Keloiden.

Funktionen und Eigenschaften

Allantoin kann die Wundheilung durch seine entzündungshemmende und antimikrobielle Aktivität auf verschiedene Weise unterstützen. Es regt zudem die Gewebebildung und -differenzierung an; insbesondere fördert es die Epithelisierung und Kollagenablagerung und trägt zugleich dazu bei, Kollagen vor dem Abbau zu schützen 3, 4, 5.

Je nach Konzentration zeigt Allantoin in Kosmetika folgende Wirkungen:

  • bei niedrigen Konzentrationen von 0,1 % bis 0,5 % eine feuchtigkeitsspendende und rötungsmindernde Wirkung;
  • bei höheren Konzentrationen von 1 % bis 5 % eine exfolierende und die Zellerneuerung fördernde Wirkung.

Diese Eigenschaften erklären seinen Einsatz bei Geschwüren, heilenden Wunden und Verbrennungen 6, 7, 8.

In Kosmetikprodukten wirkt Allantoin beruhigend, schützend, hautpflegend und feuchtigkeitsspendend. Es beeinflusst zudem die Hautregeneration, indem es den Wiederaufbau von Zellen anregt und entzündungshemmend wirkt 9, 4.

In einer Studie an Ratten förderte eine Emulsion mit 5 % Allantoin, die 14 Tage lang topisch auf Wunden aufgetragen wurde, die Heilung der Läsionen 4.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der durch Allantoin ausgelöste Heilungsmechanismus die Regulation der Entzündungsreaktion sowie die Stimulation der Fibroblastenproliferation und der Synthese der extrazellulären Matrix umfasst 4.

Eine weitere Studie zeigte, dass topische Produkte mit Beinwellextrakt Hautreizungen verringern können. Neben Allantoin tragen jedoch auch andere Inhaltsstoffe der Pflanze zu diesem Effekt bei 10.

Wurzeln und Blätter des Beinwells enthalten etwa 0,6 % bis 1 % Allantoin und werden traditionell in Form von Umschlägen und Abkochungen zur Wundbehandlung verwendet.

Aufgrund seiner Eigenschaften ist Allantoin in Anti-Aging-Kosmetika wie X115® FACE und X115® BODY enthalten.

Chemische Eigenschaften

Allantoin kann aus Beinwell gewonnen werden und wird wegen seiner wundheilungsfördernden, beruhigenden und reizlindernden Eigenschaften eingesetzt.

Als kosmetischer Inhaltsstoff wird jedoch in der Regel synthetisch hergestelltes Allantoin verwendet.

Eine Gewinnung aus Tieren bietet keine industriellen Vorteile. Im Internet verbreitete Warnungen vor einem angeblich tierischen Ursprung von Allantoin sind daher unbegründet.

Chemisch handelt es sich um eine Verbindung aus dem Purinstoffwechsel, auch Glyoxyldiureid genannt, mit der Summenformel C4H6N4O3. Allantoin ist das Endprodukt der Oxidation von Harnsäure. Diese Reaktion wird durch Uratoxidase und 5-Hydroxyisourat-Hydrolase katalysiert, zwei Enzyme, die beim Menschen und anderen Primaten fehlen.

Wie wird es verwendet?

Allantoin liegt als farblose, geruch- und geschmacklose Kristalle oder als weißes Pulver vor.

Es ist in Wasser löslich, in Glycerin, Propylenglykol, Methanol und Ethanol nur wenig löslich und in Mineralöl unlöslich. In einem breiten pH-Bereich von 4 bis 9 bleibt es stabil.

Bei der kosmetischen Formulierung sollte Allantoin der Wasserphase der Emulsion zugesetzt und auf 60 °C erwärmt werden.

Die wichtigste technische Einschränkung ist seine geringe Löslichkeit in kaltem Wasser.

Sicherheit und Nebenwirkungen

Topisch angewendetes Allantoin gilt als sicher, nicht reizend und sehr gut hautverträglich.

Es wird seit Langem in Kosmetika und topischen Arzneimitteln eingesetzt, ohne dass Hinweise auf Toxizität oder bedeutsame unerwünschte Reaktionen vorliegen 11.

Behandelte Themen
Feuchtigkeitspflege und Emollientien