INHALTSVERZEICHNIS
Allgemeines
Eine Körpercreme ist ein kosmetisches Produkt, das entwickelt wurde, um Aussehen und Feuchtigkeitsgehalt der Körperhaut zu verbessern.
Dass für verschiedene Körperregionen unterschiedliche Kosmetikprodukte verwendet werden — etwa Handcreme, Gesichtscreme, Fußcreme oder Körpercreme — hängt mit den jeweiligen Eigenschaften der Haut in diesen Bereichen zusammen.
| Merkmal | Gesichtshaut | Körperhaut | Hinweise |
| Dicke | Geringer | Größer | Die Gesichtshaut ist dünner als die Körperhaut und dadurch empfindlicher sowie anfälliger für Falten. Die Körperhaut ist dagegen — mit Ausnahme des Brustbereichs — dicker und weniger empfindlich; deshalb neigt sie auch weniger zu Falten und Reizungen. |
| Talgdrüsen | Zahlreicher | Weniger zahlreich | Die größere Zahl an Talgdrüsen macht die Gesichtshaut fettiger und öliger. |
| Anzahl der Haarfollikel | Höher | Niedriger | Die Dichte der Haarfollikel im Gesicht ist recht hoch, doch die meisten Haare sind sehr fein und kaum sichtbar. |
Eigenschaften von Körpercremes
Aufgrund dieser Unterschiede ist eine Körpercreme im Vergleich zu einer Gesichtscreme in der Regel:
- dicker und/oder fettreicher: Da die Körperhaut, vor allem in einigen Bereichen, dicker und trockener ist, soll eine Körpercreme in erster Linie die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Dazu kann der Anteil weichmachender Lipide erhöht werden, die ein Produkt für das Gesicht zu fettig und schwer machen würden;
- stärker parfümiert: Die weniger empfindliche Körperhaut verträgt Duftstoffe und ätherische Öle meist besser.
Auch wenn viele Menschen parfümierte Körpercremes mögen, kann ihre Anwendung im Gesicht und insbesondere in der Augenumgebung Reizungen, Ausschläge oder Hautreaktionen auslösen; - preisgünstiger: Da Körpercremes auf großen Flächen angewendet werden, sind sie meist günstiger als spezielle Gesichtspflege, vor allem Anti-Falten-Cremes.
Diese enthalten häufig größere Mengen aktiver Stoffe wie Vitamine, Antioxidantien und Peptide mit Anti-Aging-Wirkung.
Inhaltsstoffe und Produkttypen
Im Handel gibt es zahlreiche Arten von Körpercremes, die aus ebenso unterschiedlichen Inhaltsstoffen bestehen.
Abgesehen von Marketingzielen werden diese Stoffe ausgewählt, um der Creme einen bestimmten Anwendungszweck zu geben. Dadurch lassen sich verschiedene Produktkategorien unterscheiden.
| Bedarf | Tipps zur Auswahl einer Körpercreme |
| Sommermonate | Im Sommer sind leichte Öl-in-Wasser-Körpercremes mit pflanzlichen Emollienzien zu bevorzugen, die weniger okklusiv wirken als synthetische Lipide. |
| Trockene Haut | Empfohlen werden Körpercremes mit einem hohen Anteil an weichmachenden Lipiden, die einen okklusiven Film bilden und den transepidermalen Wasserverlust verringern, sowie mit physiologischen Lipiden wie Ceramiden, Cholesterin, Fettsäuren und Triglyceriden, welche die Leistungsfähigkeit der Hautbarriere verbessern. |
| Entzündete Haut oder Dermatitis | Geeignet sind parfümfreie Barrierecremes ohne potenzielle Reizstoffe, die Silikone und wasserbeständige Polymere enthalten. Regelmäßig angewendet können solche filmbildenden Cremes einen guten Schutz vor äußeren Einflüssen bieten, etwa vor Chemikalien in Reinigungsmitteln. |
Feuchtigkeitsspendende Körpercreme
Bei Körpercremes ist die feuchtigkeitsspendende Wirkung die von Verbrauchern am häufigsten gesuchte und von Herstellern am stärksten beworbene Eigenschaft 1, 2.
Feuchtigkeitsspendende Körpercremes lassen sich in mehrere Kategorien einteilen. Zu ihren Aufgaben gehören:
- die Verringerung des Verlusts von Wasser über die Haut: Emollienzien und okklusive Wirkstoffe begrenzen die Verdunstung;
- die Erhöhung des Wassergehalts der Haut: Feuchthaltemittel binden Wasser und halten es in den oberflächlichen Hautschichten fest.
Viele Verbraucher glauben, Feuchtigkeitscremes würden der Haut Wasser zuführen. Tatsächlich bringen sie in den meisten Fällen keine größeren Wassermengen ein, sondern verringern dessen Verdunstung. Dieser Effekt wird als emolliente Wirkung bezeichnet 3.
Die emolliente Wirkung hilft, den Wassergehalt der Haut wiederherzustellen, indem Feuchtigkeit zurückgehalten wird, die aus tieferen Schichten nach oben gelangt.
Emolliente Inhaltsstoffe
Viele Substanzen können als weichmachende und/oder okklusive Feuchtigkeitsspender wirken:
- Kohlenwasserstoffe: Vaseline, Mineralöl, Paraffin und Squalen;
- hochmolekulare Silikone wie Dimeticon;
- pflanzliche Öle: Kokosöl, Rizinusöl, Olivenöl, Traubenkernöl, Sojaöl, Arganöl, Avocadoöl, Hanföl, Jojobaöl, Mandelöl und Reisöl;
- pflanzliche Butterarten: Kakaobutter und Sheabutter;
- pflanzliche Wachse: Candelillawachs und Carnaubawachs;
- tierische Fette: Nerzöl, Emuöl und Lanolin;
- Wachsester: Lanolin, Bienenwachs, Walrat und Stearylstearat;
- Sterole: Cholesterin und Ceramide;
- Fettsäuren und Fettsäureester: Stearinsäure, Palmitinsäure, Isopropylmyristat, Isopropylpalmitat, Cetylmyristat und Cetylpalmitat;
- Fettalkohole: Lanolin und Lanolinalkohole, Cetylalkohol und Stearylalkohol;
- mehrwertige Alkohole wie Propylenglykol;
- Tocopherylacetat.
Petrolatum beziehungsweise Vaseline ist das wirksamste okklusive Feuchtigkeitsmittel. Bereits eine Mindestkonzentration von 5 % kann den transepidermalen Wasserverlust um mehr als 98 % senken; der Widerstand gegen Wasserdampfverlust ist dabei 170-mal höher als bei Olivenöl 2.
Da Petrolatum jedoch ein aus der Erdöldestillation gewonnenes Kohlenwasserstoffgemisch ist, wird es von Anhängern sogenannter Naturkosmetik häufig zu Unrecht verteufelt. Ähnliches gilt für andere Kohlenwasserstoffe und Silikone.
Aufgrund ihrer starken okklusiven Wirkung sind Kohlenwasserstoffe funktionell ausgezeichnete Emollienzien. Ihre geringe Verteilbarkeit macht sie aus sensorischer Sicht jedoch weniger attraktiv.
Pflanzliche Öle und physiologische Lipide wie Ceramide, Cholesterin, Fettsäuren und Triglyceride werden meist besser akzeptiert. Diese Fette übernehmen eine strukturelle Funktion beim Aufbau des „interzellulären Zements“ und des Hydrolipidfilms, welche die Hautbarriere bilden, und wirken dadurch ebenfalls emollient.
Feuchthaltemittel
Feuchthaltemittel sind Verbindungen, die Wasser aus der Umgebung anziehen und binden sowie Wasser aus den oberen Hautschichten festhalten. Grundlage sind ihre hygroskopischen Eigenschaften.
Sie können die Haut hydratisieren, wenn die Luftfeuchtigkeit über 70 % liegt; häufiger ziehen sie jedoch Wasser aus tieferen Schichten der Epidermis und der Dermis an.
Ohne gleichzeitige Verwendung einer okklusiven Komponente könnten einige Feuchthaltemittel daher paradoxerweise den transepidermalen Wasserverlust erhöhen und die Hauttrockenheit verschlimmern.
Zu den am häufigsten verwendeten Feuchthaltemitteln in Körpercremes gehören:
- Glycerin;
- Sorbit;
- Propylenglykol;
- Butylenglykol;
- Pentylenglykol;
- Dipropylenglykol;
- Polyethylenglykole;
- Glukose-Ether;
- Harnstoff;
- Hyaluronsäure;
- Allantoin;
- Panthenol;
- Trimethylglycin;
- Schleimstoffe;
- Natriumlactat;
- Sodium PCA;
- Alpha-Hydroxysäuren, etwa Glykol- und Milchsäure in Konzentrationen unter 10 %;
- pflanzliche, schleimstoffreiche Extrakte, zum Beispiel Gel aus Aloe vera, Malven- und Eibischextrakte sowie Extrakte aus Hafer oder anderen Getreiden.
Körpercreme für entzündete Haut
Körpercremes für rissige, xerotische und entzündete Haut sind meist sehr reichhaltig und enthalten viele weichmachende und rückfettende Inhaltsstoffe.
Besonders pastöse, dicke und schwer verteilbare Formulierungen können für stark trockene Stellen wie Ellenbogen, Knie und Hände bestimmt sein. Häufig handelt es sich um lipidreiche Wasser-in-Öl-Emulsionen mit okklusiven Wirkstoffen, die einen Barriereeffekt erzeugen.
Andere Körpercremes beruhen auf kosmetischen Inhaltsstoffen mit nährender und rückfettender Wirkung.
- Einige Emollienzien gelten als rückfettend, weil sie den Lipidkitt oder die Oberflächenlipide wiederherstellen, welche dem Wasserverlust entgegenwirken.
- Als nährend wird die Fähigkeit von Lipiden bezeichnet, zwischen die Zellen der epidermalen Hornschicht einzudringen, ihre Elastizität zu fördern, Schuppen zu vermindern und die Haut gleichmäßiger erscheinen zu lassen.
Rückfettende Inhaltsstoffe
Zu den wirksamsten rückfettenden Stoffen gehören Ceramide, Walrat, Myristinsäure und Cetylpalmitat.
Zu den pflanzlichen Lipiden, die den Hydrolipidfilm der Haut wiederaufbauen, zählen Borretschöl, Schwarze-Johannisbeeröl und Nachtkerzenöl. Sie sind reich an den mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linol- und Linolensäure, deren Mangel in der Haut Läsionen, Erytheme sowie trockene und schuppige Haut begünstigen kann.
Weitere funktionelle Bestandteile solcher Körpercremes sind Squalan, Squalen, Cholesterin, Lanolinalkohole, Honig, Palmitoylethanolamid und entzündungshemmende Pflanzenextrakte, etwa aus Aloe vera, Kamille, Süßholz, Ringelblume, Hafer oder Weizenkeimen.
Auch juckreizstillende Stoffe wie die Aminosäure Glycin können enthalten sein. Sie mindern den Juckreiz, indem sie die Histaminfreisetzung aus Mastzellen hemmen.
Panthenol kann ebenfalls nützlich sein, weil es die TEWL, Rötungen und Entzündungen reduziert und die Vermehrung dermoepidermaler Zellen anregt.
Körpercreme für empfindliche Haut
Körpercremes für empfindliche Haut besitzen meist sehr kurze INCI-Listen und damit nur wenige, gezielt ausgewählte Inhaltsstoffe, um das Allergierisiko zu verringern.
Diese Produkte sind gewöhnlich parfümfrei und bevorzugen — entgegen einer verbreiteten Annahme — oft inerte synthetische Inhaltsstoffe, da deren allergenes Potenzial geringer ist als das vieler „natürlicher“ Substanzen.
Auch die Auswahl des Konservierungssystems erfolgt besonders sorgfältig.
Körpercreme für fettige Haut
Eine Körpercreme für fettige Haut enthält in der Regel eine weniger reichhaltige Fettphase und fühlt sich flüssiger und leichter an.
Anstelle klassischer Cremes werden daher Körperlotionen und Gele für fettige Haut angeboten.
Okklusive Wirkstoffe werden möglichst vermieden; bevorzugt werden flüchtige Inhaltsstoffe, die beim Hautkontakt rasch verdampfen, oder schnell einziehende Stoffe.
Das Produkt kann außerdem mit Peelingwirkstoffen angereichert sein, entweder physikalisch als Scrub oder chemisch, zum Beispiel mit Alpha-Hydroxysäuren wie Zitronensäure, Apfelsäure, Milchsäure und Glykolsäure.
Zu den pflanzlichen Inhaltsstoffen, die bei fettiger Haut hilfreich sein können, zählen Hamamelis-Extrakte und ätherische Öle wie Teebaumöl.

