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Peelings | Was Ist Das | Richtige Auswahl und Anwendung

Was Ist Das?

Unter Peeling (oder „SchĂ€lkur“) versteht man den Einsatz verschiedener Substanzen, die ein Ablösen (AbschĂ€len) der oberflĂ€chlichen Hautschichten herbeifĂŒhren.

Diese die oberen Hautschichten abtragenden Behandlungen werden meist als Peeling bezeichnet (vom Englischen „to peel“, das „schĂ€len“ bedeutet).

Diese Behandlungsform kann verwendet werden, um folgenden Erscheinungen entgegenzuwirken: Schwielen, Warzen, oberflÀchlichen Hautunreinheiten, Pigmentflecken, Dehnungsstreifen, kleinen Narben und oberflÀchlichen Falten.

Der Einsatz von Peelingbehandlungen trÀgt zudem dazu bei, die Erneuerung der Epidermis (Oberhaut) zu stimulieren, um der Haut mehr Leuchtkraft zu verleihen und das allgemeine Hautbild zu verbessern.

Arten von Peelings

Je nach Wirkmechanismus wird zwischen mechanischen und chemischen Peelings unterschieden.

  • Die mechanischen Peelings nutzen die Kraft der Reibung, um die Abschuppung der Haut zu unterstĂŒtzen.
  • Chemische Peelings hingegen fĂŒhren zu einem AbschĂ€len der obersten Hautschichten, indem sie die Bindungen zwischen den Zellen der Epidermis aufbrechen.

Zu den mechanischen Peelingmethoden zÀhlen Salz, Zucker, gemahlener Kaffee, Mikrokugeln aus synthetischen Polymeren, gemahlene Samen, Mehl verschiedener Getreidesorten usw.

Die Peelingwirkung hÀngt von der HÀrte des Materials sowie von der IntensitÀt und Dauer der Massagebehandlung ab.

Zu den chemischen Peelingmethoden zÀhlen SalicylsÀure, GlykolsÀure, TrichloressigsÀure, MilchsÀure und RetinsÀure.

Die Peelingwirkung hÀngt vor allem von der Konzentration des chemischen Wirkstoffs ab, wobei diese in der Kosmetikbranche gesetzlich beschrÀnkt ist, wÀhrend im medizinischen Bereich höher Grenzwert gelten.

Die Behandlung mit chemischen Peelingmitteln wird als chemisches Peeling bezeichnet; die Behandlung mit mechanischen Peelingmitteln wird auch als Scrub bezeichnet.

Wozu Dienen Sie?

Die frei im Handel erhÀltlichen kosmetischen Peelings werden zu folgenden Zwecken genutzt:

  • Schönere Haut, indem die Erneuerung der Epidermis sowie die Kollagensynthese angeregt werden;
  • Behandlung von fettiger und unreiner Haut sowie offenen und verstopften Poren;
  • Vorbeugend gegen Pickel und Mitesser;
  • Gesteigerte Resorption kosmetischer Produkte, die im Anschluss aufgetragen werden.

Tiefere Peelingbehandlungen sind Dermatologen und Schönheitsmedizinern vorbehalten, die damit kleinere Unschönheiten der Haut entfernen:

  • Pigmentflecken;
  • FĂ€ltchen;
  • Dehnungsstreifen;
  • kleine Narben;
  • Warzen.

Die Oberhaut erneuert ihre Zellen rund alle 30 Tage vollstÀndig, diese Zellerneuerung wird mit zunehmendem Alter jedoch langsamer. Werden Peelings korrekt angewendet, können sie diesen Erneuerungsprozess der Haut jedoch anregen.

Im Bereich der Anti-Aging-Medizin werden chemische Peelingbehandlungen von FachĂ€rzten durchgefĂŒhrt, wenn folgende Bedingungen gegeben sind:

  • Hyperpigmentierung der Haut, die sich in unterschiedlichen Formen zeigen kann, wie:
    • Altersflecken (Pigmentflecken) im Zusammenhang mit Lichtalterung;
    • Melasma (Schwangerschaftsflecken);
    • Pigmentstörungen durch Einnahme der Antibabypille;
    • Sommersprossen.
  • oberflĂ€chliche Aknenarben;
  • mehr oder weniger tiefe FĂ€ltchen:
  • epidermale Wucherungen;
  • unregelmĂ€ĂŸiger Hautton;
  • Hautrötungen (z.B. Rosazea);
  • Dehnungsstreifen

Mechanische Peelings

Mechanische Peelings (oder physikalische Peelings) sind mehr oder weniger abrasive Substanzen, die durch die beim Rubbeln ĂŒber die Haut erzeugte Reibung einen Peelingeffekt herbeifĂŒhren.

Der grĂ¶ĂŸte Vorteil mechanischer Peelings liegt darin, dass sie leicht zugĂ€nglich und erhĂ€ltlich sind. So stellen schon das Abkratzen der Haut mit den FingernĂ€geln oder eine Rasur ein mechanisches Peelingverfahren dar.

Wie bereits erwÀhnt, werden mechanische Peelingbehandlungen auch als Scrub bezeichnet.

Peelingsubstanzen

Zahlreiche Produkte, einschließlich Naturprodukten, können fĂŒr Peelings verwendet werden, wie beispielsweise Zucker, fein gemahlene Samen, Salz, Kaffee, gemahlener Reis, Getreidemehl, Bentonit oder andere natĂŒrliche Tonarten, fein gehackte TrockenfrĂŒchte, KieselsĂ€ure, Zimt und Natriumhydrogencarbonat.

In den verschiedenen Rezepten fĂŒr selbstgemachte Scrubs werden diese Peelingsubstanzen normalerweise mit Wasser und Öl (z.B. Kokosöl, Jojobaöl, Olivenöl, Mandelöl, Aprikosenöl, Arganöl, Avocadoöl, Traubenöl) oder Honig vermengt, bis eine cremige Konsistenz entsteht.

Manche verwenden statt Wasser lieber GrĂŒnen Tee oder Kaffee, die vor allem aufgrund ihrer antioxidativen und zusammenziehenden Wirkung sowie ihrer Anti-Cellulite-Wirkung beliebt sind.

Andere hingegen verwenden als TrÀgerstoff Joghurt oder Honig.

Da die Gesichtshaut empfindlicher und sensibler als die Körperhaut ist, sollten Gesichtspeelings feinere und sanftere Partikel enthalten. Auch sollten die Peelings im Gesicht weniger energisch und nur ganz leicht einmassiert werden.

Peelingsubstanzen fĂŒr Körperpeelings

Peelingsubstanzen fĂŒr Gesichtspeelings

  • Zucker
  • Salz
  • Gemahlener Kaffee
  • Gemahlene Samen
  • MikrofasertĂŒcher
  • Abrasive Materialien (SchwĂ€mme, pflanzliche SchwĂ€mme, BĂŒrsten)
  • Bimstein oder Vulkangestein (werden normalerweise zum Entfernen von Verhornungen an der Ferse verwendet)
  • Fein gemahlene Getreidesorten (Hafer, Gerste, Weizen); Hafermehl ist besonders fĂŒr sensible und gereizte Haut geeignet
  • Zimt
  • Natriumhydrogencarbonat in geringen Mengen
scrub

Körperpeeling – Rezeptbeispiel

Gesichtspeeling – Rezeptbeispiel

Peeling mit Zucker und GrĂŒnem Tee

Peeling mit Hafermehl und Joghurt

Inhaltsstoffe

  • 2 Beutel GrĂŒner Tee
  • 1/2 Tasse heißes Wasser
  • 1 Tasse Rohrzucker
  • 1/4 Tasse flĂŒssiges Kokosöl

Inhaltsstoffe

  • 2 Esslöffel fein gemahlene Haferflocken
  • 1 Esslöffel griechischer Joghurt
  • 1 Esslöffel Jojobaöl oder Kokosöl
  • Die Teebeutel einige Minuten in heißes Wasser geben und dann abkĂŒhlen lassen.
  • WĂ€hrend der Tee abkĂŒhlt, den braunen Zucker in eine SchĂŒssel geben.
  • Das Kokosöl zugeben und gut mit dem Zucker vermengen.
  • Den abgekĂŒhlten Tee zur Mischung aus Öl und Zucker gießen. Es ist wichtig, dass der Tee kalt ist, damit der Zucker sich nicht auflöst.
  • Wenn die Mischung zu dickflĂŒssig ist, können ein bisschen Kokosöl und Wasser zugegeben werden. Wenn die Mischung hingegen zu dĂŒnnflĂŒssig ist, kann mehr Rohrzucker zugegeben werden.
  • Massieren Sie das Peeling fĂŒr einige Minuten sanft mit kreisenden Bewegungen in die Haut ein und spĂŒlen Sie es dann mit ausreichend warmem Wasser ab.
  • Die ĂŒbrig gebliebene Peelingmasse können Sie luftdicht verschlossen im KĂŒhlschrank aufbewahren.
  • Mahlen Sie den Hafer mit einer KaffeemĂŒhle oder einer KĂŒchenmaschine zu einem feinen Pulver (alternativ dazu können Sie Hafermehl verwenden).
  • Vermengen Sie alle Zutaten in einer SchĂŒssel.
  • Tragen Sie das Gemisch mit kreisenden, massierenden Bewegungen fĂŒr rund 30-60 Sekunden auf die Haut auf.
  • SpĂŒlen Sie das Peeling mit warmem Wasser ab.
  • Die ĂŒbrig gebliebene Peelingmasse können Sie luftdicht verschlossen im KĂŒhlschrank aufbewahren.

Weitere Rezept fĂŒr selbstgemachte Peelings finden Sie in unserem Artikel ĂŒber Scrubs »

Das sogenannte Dermaplaning ist eine mechanische Peelingbehandlung, bei der die obersten Zellschichten der Haut sowie HĂ€rchen mit einer Art Skalpell (zu einer Spitze gebogen) abgekratzt werden.

Chemische Peelings

Beim chemischen Peeling werden Substanzen mit keratolytischer Wirkung verwendet, die in der Lage sind, die Keratinbindungen aufzubrechen, welche die Zellen der Epidermis (oder Oberhaut) zusammenhalten.

Der grĂ¶ĂŸte Vorteil des chemischen Peelings liegt darin, dass die Behandlung bei Bedarf auch tiefenwirksam und gut lokalisiert durchgefĂŒhrt werden kann. Bei unsachgemĂ€ĂŸer Anwendung besteht jedoch ein höheres Risiko zu Nebenwirkungen.

Die IntensitÀt der Behandlung hÀngt von der ausgewÀhlten Peelingsubstanz sowie von deren Konzentration und dem pH-Wert der Lösung ab. In diesem Sinne kann zwischen oberflÀchlichen Peelings, mitteltiefen Peelings und tiefen Peelings unterschieden werden.

Umso höher die Konzentration und umso niedriger der pH-Wert, desto stÀrker ist der Peelingeffekt.

WĂ€hrend einige frei erhĂ€ltliche Kosmetika ein sehr oberflĂ€chliches Peeling ermöglichen, sind die aggressiveren Produkte fĂŒr mitteltiefe und tiefe Peelings nur fĂŒr medizinische Zwecke bestimmt.

Arten von Peeling

OberflÀchliche Peelings

Besonders OberflÀchliche Peelings

OberflÀchliche Peelings

Indikationen

  • Steigerung der Leuchtkraft der Haut;
  • Aufhellung dunkler Flecken;
  • Stimulation der Synthese von Kollagen und HyaluronsĂ€ure sowie des Blutflusses;
  • gesteigerte Aufnahme anderer im Kosmetikum enthaltener Wirkstoffe oder von Produkten, die infolge aufgetragen werden;
  • Stimulation des Zellumsatzes.
  • leichte Akne;
  • leichte VerfĂ€rbungen der Haut;
  • Trockene Haut 1;
  • Lichtalterung (feine Linien, aktinische Keratose, Sommersprossen).

Wirkstoffe

  • TrichloressigsĂ€ure 35 %
  • Jessner-Lösung,
  • SalicylsĂ€ure 20-30 %

Anmerkungen:

  • Bei fetter und zu Akne neigender Haut wird im Allgemeinen SalicylsĂ€ure vorgezogen; auch Retinoide sind sehr wirkungsvoll;
  • Bei sensibler Haut (einschließlich Rosazea und Neurodermitis) werden im Allgemeinen Poly-HydroxysĂ€uren empfohlen 1;
  • Bei trockener Haut werden Alpha-HydroxysĂ€uren, wie GlykolsĂ€ure und Urea, vorgezogen; diese Substanzen wirken bei geringer Konzentration in erster Linie feuchtigkeitsspendend, in höheren Konzentrationen haben sie Peelingwirkung;
  • Bei reifer Haut können Retinoide den Erneuerungsprozess der Haut sowie die Kollagensynthese stimulieren.
  • TrichloressigsĂ€ure wurde in die Liste der Stoffe aufgenommen, deren Einsatz in Kosmetika verboten ist (gemĂ€ĂŸ Anhang III der Neuen Verordnung Über Kosmetische Mittel).
  • Die Jessner-Lösung ist ein oberflĂ€chliches chemisches Peeling mit keratolytischer AktivitĂ€t und besteht aus einer 95%-igen Ethanollösung, die 14 % SalicylsĂ€ure, 14% MilchsĂ€ure und 14% Resorcinol (Resorcin) enthĂ€lt 2.

FĂŒr welches Produkt Sie sich auch entscheiden, sollten Sie stets langsam beginnen. Tragen Sie das Produkt zunĂ€chst einmal pro Woche auf, um zu sehen, wie Ihre Haut reagiert. Wenn keine Irritationen auftreten, können Sie das Peeling auch zwei- bis dreimal pro Woche durchfĂŒhren.

Mitteltiefe und Tiefe Peelings

Mitteltiefe Peelings

Tiefe Peelings

Indikationen

  • oberflĂ€chliche und mitteltiefe Narben;
  • unregelmĂ€ĂŸiger Hautton;
  • aktinische Keratose;
  • postinflammatorische Hyperpigmentierung.
  • tiefe Falten;
  • Narben;
  • PrĂ€kanzerosen.

Beispiele fĂŒr verwendete chemische Peelings

  • GlykolsĂ€ure 70 %,
  • TrichloressigsĂ€ure 35-40 %,
  • Phenol,
  • BenztraubensĂ€ure 30-40 %,
  • BenztraubensĂ€ure 50-60 %,
  • TrichloressigsĂ€ure 50 %

AnwendungshĂ€ufigkeit und Vorsichtsmaßnahmen

Bei frei erhĂ€ltlichen, sehr oberflĂ€chlichen chemischen Peelings gilt es als sicher, die Haut zwei- oder dreimal pro Woche zu „peelen“, bei fettiger und unreiner Haut sogar öfter.

Menschen mit trockener und empfindlicher Haut sollten diese Behandlung nur einmal pro Woche durchfĂŒhren.

Menschen mit besonderen Hauterkrankungen sollten vor einer „selbstgemachten“ Peelingbehandlung mit einem Dermatologen sprechen.

Wenn zu aggressive mechanische oder chemische Peelings auf empfindlichen Stellen (wie Gesichtshaut) angewendet werden, können folgende Probleme auftreten:

  • Irritationen;
  • Hautrötungen;
  • Trockenheit;
  • Kratzer und Wunden.

Zudem sollten Peelingbehandlungen an Hautstellen vermieden werden, die folgendes aufweisen:

  • Sonnenbrand;
  • rissige Haut oder Verletzungen;
  • Hautrötungen oder EntzĂŒndungen.

Wenn den hausgemachten Peelings Ă€therische Öle hinzugefĂŒgt werden, ist es besser, zuerst einen Test durchzufĂŒhren, indem Sie die verdĂŒnnte Essenz auf einen kleinen Bereich Ihrer Haut auftragen, um sicherzustellen, dass Sie nicht allergisch sind.

Mitteltiefe und tiefe Peelings sind deutlich aggressiver und es besteht das Risiko schwererer Nebenwirkungen, wie:

  • PigmentverĂ€nderungen der Hautfarbe (Hypo-/Hyperpigmentierung), insbesondere bei dunkelhĂ€utigen Personen;
  • Juckreiz;
  • Narben;
  • Hautatrophie;
  • allergische Reaktionen (selten);
  • Systemische SchĂ€den, da die chemischen Substanzen bei großflĂ€chigen Peelingbehandlungen vom Körper resorbiert werden.
Behandelte Themen
Scrub und Peeling