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Kinetin gegen Hautalterung

Kinetin ist ein wichtiges Pflanzenhormon, das Zellwachstum und Zelldifferenzierung reguliert, das Vergilben und die Seneszenz von Blättern verzögert und die Fruchtreifung verlangsamt. Zur perkutanen Aufnahme von Kinetin liegen derzeit keine ausreichenden Daten vor. Es wurde jedoch gezeigt, dass der Stoff die Haut nicht reizt, sich gut formulieren lässt sowie stabil und mit anderen Bestandteilen kompatibel ist.

Der Wirkmechanismus von Kinetin ist noch nicht vollständig geklärt. In In-vitro-Studien an menschlichen Fibroblasten verzögerte Kinetin verschiedene altersbedingte Veränderungen — darunter Zellform und Zellstruktur, Wachstumsgeschwindigkeit, Organisation des Zytoskeletts, Makromolekülsynthese und Lipofuszinansammlung — und verringerte deren Ausprägung. In diesen Versuchen wurde Kinetin kontinuierlich verabreicht; daraus lässt sich jedoch allein keine klinische Empfehlung für eine frühzeitige Anwendung ableiten. Darüber hinaus zeigte Kinetin eine hemmende Wirkung auf die Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und konnte deren Auswirkungen abschwächen. Insbesondere kann es bestimmte antioxidative Wirkungen der Superoxiddismutase (SOD) nachahmen und die Expression von Katalase fördern. Außerdem kann es dazu beitragen, die Oxidation der DNA und ungesättigter Fettsäuren sowie die Glykierung und Glycoxidation von Proteinen zu verhindern.

Klinische Studien untersuchten die Wirkung bei lichtgeschädigter Haut. Bei 96 Teilnehmenden wurde eine Lotion mit 0,01 %, 0,05 % oder 0,1 % Kinetin zweimal täglich über 24 Wochen topisch angewendet. Dabei verbesserten sich Hautstruktur und Hautton, Falten, Couperose und die Barrierefunktion der Hornschicht. Eine weitere Studie an asiatischer Haut verglich eine Kombination aus 0,03 % Kinetin und 4 % Niacinamid mit einer Formulierung, die ausschließlich 4 % Niacinamid enthielt. Beide Produkte verbesserten Hyperpigmentierung, Couperose und Hautfeuchtigkeit; die Kombination erzielte jedoch bessere Ergebnisse.

Zusammenfassend ist Kinetin auf dem weltweiten Markt für Kosmezeutika noch ein vergleichsweise neuer Inhaltsstoff. Zur Beurteilung seiner Hautpenetration sind weitere Daten erforderlich, während die klinische Evidenz für eine Anti-Aging-Wirkung bislang begrenzt ist.

Nach der Dissertation von Dr. Virginia Conti — Konzeption und Entwicklung einer kosmezeutischen Anti-Aging-Behandlung für die ästhetische Medizin — Studiengang Wissenschaft und Technologie pflanzlicher, diätetischer und kosmetischer Produkte, Universität Ferrara. Betreuung: Prof. Silvia Vertuani. Mitbetreuung: Prof. Stefano Manfredini