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Cremes mit Botox-Soforteffekt | Peptide und Wirksamkeit

Was ist das?

Sogenannte Botox-Cremes mit Soforteffekt sind Anti-Falten-Kosmetika, die mimisch bedingte Falten nahezu unmittelbar glätten sollen. Daher werden sie auch als Cremes mit sofortigem Lifting-Effekt bezeichnet.

Meist enthalten diese Produkte besondere Peptide, die als Neurotransmitter-Inhibitoren bezeichnet werden.

Dabei handelt es sich um kurze Aminosäuresequenzen, die nach der Aufnahme durch die Haut bestimmte Wirkungen von Botulinumtoxin nachahmen.

Zu den Neurotransmitter-hemmenden Peptiden gehören beispielsweise Acetyl Hexapeptide-3, Pentapeptide-18, Pentapeptide-3 und Tripeptide-3. Häufig werden sie unter ihren geschützten Handelsnamen wie Vanistryl, Munapsys, Argireline, Argirelox oder Vialox beworben.

Botulinumtoxin und Neurotransmitter-hemmende Peptide entspannen die Muskeln der Gesichtsmimik. Dadurch lassen sich mimisch bedingte Falten glätten und abflachen, die durch eine erhöhte Grundspannung dieser Muskeln entstehen.

Wozu dienen sie?

Botox gehört zu den wirksamsten und am häufigsten angewendeten Substanzen zur Faltenminderung. Es bleibt jedoch eine invasive Behandlung, da kleine Injektionen in die Haut erforderlich sind.

Obwohl unerwünschte Ereignisse selten sind, weist Botulinumtoxin eine hohe Toxizität auf. Es darf deshalb ausschließlich von erfahrenen Ärzten eingesetzt werden und kann nicht in Anti-Falten-Cremes eingearbeitet werden 1.

Die Wirkung von Botulinumtoxin setzt nahezu unmittelbar ein: Nach 2–3 Tagen sind sichtbare Ergebnisse vorhanden, die Wirkung nimmt über 2–3 Wochen allmählich zu und hält 3–5 Monate an.

Cremes mit botulinumtoxinähnlichem Soforteffekt sind eine praktische, kostengünstige und sichere Alternative zu Botulinumtoxin-Injektionen.

Wirken sie?

Nach dem derzeitigen Stand der Forschung ist die Wirksamkeit von Kosmetika mit botulinumtoxinähnlichem Soforteffekt noch deutlich geringer als die injizierbarer Behandlungen mit Botulinumtoxin.

Zudem stammen viele der in diesem Artikel genannten, auf den ersten Blick ermutigenden Untersuchungen aus firmeninternen Studien, die vom jeweiligen Hersteller durchgeführt oder beauftragt wurden. Ihre wissenschaftliche Aussagekraft ist daher begrenzt.

Weitere Faktoren wie die Peptidkonzentration im Kosmetikum — eine Entscheidung des Herstellers — und die Hautpenetration — stark abhängig von Peptidtyp und Formulierung — können die ohnehin unsichere Wirksamkeit zusätzlich verringern.

Es gibt daher keine allgemeine Garantie, dass Cremes mit sofortigem Lifting-Effekt die Erwartungen der Verbraucher erfüllen. Gut formulierte Kosmetika können mimisch bedingte Falten dennoch sichtbar und zufriedenstellend mildern, unter anderem durch Neurotransmitter-hemmende Peptide.

Wirkmechanismus

Acetylcholin ist der wichtigste chemische Botenstoff — also Neurotransmitter — für die Muskelkontraktion.

Damit sich ein Muskel zusammenziehen kann, wird Acetylcholin zunächst in Vesikeln gespeichert und anschließend freigesetzt, sobald ein Nervenimpuls die Kontraktion auslöst.

Der SNARE-Komplex steuert das Andocken und Verschmelzen der acetylcholinhaltigen Vesikel mit der präsynaptischen Membran.

Acetylcholin ist somit der Neurotransmitter, der das Signal zur Muskelkontraktion übermittelt.

Nach der Freisetzung aus den präsynaptischen Vesikeln gelangt Acetylcholin in den synaptischen Spalt zwischen Nerv und Muskel. Dort bindet es an spezifische Acetylcholinrezeptoren auf der Oberfläche der Muskelzellen und löst die Kontraktion aus.

Cremes mit botulinumtoxinähnlichem Soforteffekt enthalten einen oder mehrere Inhaltsstoffe, die diese für die Muskelkontraktion verantwortliche Ereigniskette an unterschiedlichen Stellen hemmen. Diese Wirkstoffe werden als Neurotransmitter-hemmende Peptide bezeichnet.

Welche Peptide gibt es?

Acetyl Hexapeptide-3 — Argireline

Einer der häufigsten Inhaltsstoffe in Cremes mit botulinumtoxinähnlichem Soforteffekt ist Acetyl Hexapeptide-3, besser bekannt unter dem Handelsnamen Argireline. Gelegentlich wird es auch als Acetyl Hexapeptide-8 bezeichnet.

Dieser Wirkstoff ist unter anderem in unseren multifunktionalen Anti-Falten-Cremes X115® New Generation Cream enthalten.

Im Vergleich zu Botox besitzt Acetyl Hexapeptide-3 ein 4.000-fach geringeres toxisches Potenzial und kann örtlich in Hautcremes oder durch Injektionen angewendet werden 2. In Kosmetika wird es in Konzentrationen von 0,01 bis 0,05 % eingesetzt.

Argireline ist ein synthetisches Hexapeptid, das den SNARE-Komplex und damit die Freisetzung von Acetylcholin hemmt. So verringert es die wiederholte Kontraktion der Gesichtsmuskeln und mildert mimisch bedingte Falten 3.

Im Vergleich zu Botulinumtoxin weist Argireline eine ähnliche Wirkstärke, aber eine geringere Wirksamkeit auf. Anders als Botox ist seine akute Toxizität jedoch vernachlässigbar.

In klinischen Studien zeigte Argireline eine Anti-Falten-Wirkung mit einer Reduktion von bis zu 48 % nach 4 Wochen zweimal täglicher Anwendung 4, 5, 6, 7.

Die Hautaufnahme hängt von mehreren Faktoren wie pH-Wert, Ladung, Molekulargewicht, Konzentration und vorhandenen Elektrolyten ab und kann durch den Einsatz von Mikronadeln um das bis zu 40-Fache gesteigert werden 8.

Acetyl Hexapeptide-1 — Munapsys

Acetyl Hexapeptide-1 mit dem Handelsnamen Munapsys ist ein botulinumtoxinähnlicher Wirkstoff der zweiten Generation.

Dieses Peptid wurde in silico entwickelt. Seine Struktur wurde so optimiert, dass sie besonders spezifisch mit den gewünschten biologischen Zielrezeptoren interagiert 9, 10, 11.

Acetyl Hexapeptide-1 kann als erster verfügbarer Inhaltsstoff gelten, der die Muskelkontraktion sowohl prä- als auch postsynaptisch beeinflusst und damit eine doppelte muskelentspannende Wirkung zeigt.

Nach Herstellerangaben verringerte sich die Acetylcholinfreisetzung an der präsynaptischen Nervenendigung gegenüber den Ausgangsbedingungen um 29 %. Der Effekt lag damit 16 % über dem von Argireline.

Postsynaptisch destabilisiert Acetyl Hexapeptide-1 außerdem die Acetylcholinrezeptoren und reduziert deren Ansammlung an der postsynaptischen Membran. Zusätzlich vermindert es die Depolarisation der Calciumkanäle.

Das Zusammenspiel dieser Wirkungen reduziert die Muskelkontraktion deutlich. Der Muskel entspannt sich, wodurch mit übermäßiger Muskelspannung verbundene Falten und feine Linien geglättet werden können.

Eine weitere interessante Eigenschaft von Acetyl Hexapeptide-1 ist die Fähigkeit, die Synthese von Kollagen zu steigern — in vitro auf dermalen Fibroblasten um bis zu 16 %.

Laut Produktinformationen zu Munapsys™ soll eine Konzentration von 3 % die Tiefe besonders ausgeprägter Falten bereits nach 7 Tagen um bis zu 36,7 % verringern 12.

Positive Effekte wurden auch auf Marionettenfalten beobachtet, mit einem Lifting-Effekt an den Mundwinkeln sowie an den Krähenfüßen.

Pentapeptide-3 — Vialox

Pentapeptide-3 mit dem Handelsnamen Vialox ist ein weiterer relativ bekannter Wirkstoff in Cremes mit botulinumtoxinähnlichem Soforteffekt.

Es handelt sich um ein synthetisches Peptid, das von Schlangengift abgeleitet ist.

Dieses Peptid verhindert nicht die Freisetzung von Acetylcholin, sondern wirkt an der postsynaptischen Membran als Antagonist des Acetylcholinrezeptors 13.

Herstellerstudien zufolge verringerte sich nach 28 Tagen zweimal täglicher Anwendung die Faltentiefe um etwa 49 % und die allgemeine Hautrauigkeit um 47 % 14, 15.

Pentapeptide-18 — Leuphasyl

Pentapeptide-18 gehört zu den bekanntesten und am häufigsten verwendeten botulinumtoxinähnlichen Inhaltsstoffen in Cremes mit Soforteffekt.

Es wird in Konzentrationen von 3 bis 10 % eingesetzt und kann Studien zufolge die Tiefe von Mimikfalten um etwa 12 % reduzieren.

Es ahmt den natürlichen Wirkmechanismus von Enkephalinen nach und hemmt die neuronale Aktivität sowie die Freisetzung von Katecholaminen, die ebenfalls an der Muskelkontraktion beteiligt sind.

In einer Studie mit 43 Frauen wurde eine Creme mit 0,05 % Pentapeptide-18 mit 0,05 % Acetyl Hexapeptide-3 sowie mit einer Kombination beider Peptide verglichen. Die Faltenreduktion betrug 12 %, 16 % beziehungsweise 25 %. Die Kombination von Leuphasyl und Argireline zeigte somit einen synergistischen Effekt 16, 17.

Tripeptide-3 — Syn-Ake

Tripeptide-3, vermarktet als Syn-Ake, ahmt die Wirkung von Waglerin-1 nach, einem Peptid aus dem Gift der Viper Tropidolaemus wagleri.

Tripeptide-3 wirkt an der postsynaptischen Membran als reversibler Antagonist des Acetylcholinrezeptors. Es hemmt die Bindung von Acetylcholin an seine Rezeptoren und blockiert dadurch die Muskelkontraktion.

Nach Herstellerangaben soll Tripeptide-3 in 4%iger Konzentration die Falten nach 28 Tagen um bis zu 52 % verringern. Bei 73 % der Probanden wurde eine messbare Reduktion beobachtet 18.

Eine dreimonatige Studie mit 37 Probandinnen zeigte sowohl sofortige als auch langfristige Verbesserungen feiner und tiefer Falten durch eine Formulierung mit Tripeptide-3 19.

Acetyl Octapeptide-3 — SNAP-8

Acetyl Octapeptide-3 ist eine verlängerte Sequenz des Peptids Argireline 20, 21.

Diese strukturelle Ähnlichkeit ermöglicht SNAP-8 eine deutliche Hemmung der Acetylcholinfreisetzung.

Acetyl Octapeptide-3 wird als „neue Generation“ einer Botox-Alternative beworben. In einer 10%igen Creme, die 28 Tage lang zweimal täglich aufgetragen wurde, führte es zu einer Verringerung der Faltentiefe im Augenbereich um bis zu 63 %, bei einer durchschnittlichen Reduktion von 35 % 22, 21.

Vanistryl®

Vanistryl® ist ein Komplex aus zwei bioaktiven Peptiden: Acetyl Tripeptide-30 Citrulline und Pentapeptide-18 23, 24.

Acetyl Tripeptide-30 Citrulline ist ein Signalpeptid, während Pentapeptide-18 als Neurotransmitter-hemmendes Peptid wirkt 25.

Diese Peptide werden in glättenden Formulierungen eingesetzt und wirken synergistisch, indem sie die Muskelspannung regulieren und Matrix-Metalloproteinasen — MMP — hemmen, die Kollagen abbauen 23.

Vanistryl® schützt dadurch das Bindegewebe vor Abbau und unterstützt den Wiederaufbau dermaler Bestandteile der extrazellulären Matrix. So trägt es zur Integrität und Elastizität der Haut bei. Zudem wirkt es reparierend und glättend und reduziert die Hautspannung. Studien berichten auch über eine sichtbare Milderung von Dehnungsstreifen bei der Anwendung 25.

Acetyl Dipeptide-1

Acetyl Dipeptide-1 Cetyl Ester — Calmosensine — regt Keratinozyten zur Freisetzung von Pro-Endorphinen an und aktiviert dadurch Botenstoffe, die Entspannungsprozesse in der Haut vermitteln.

Insgesamt soll Calmosensine der Entstehung von Falten und Mimiklinien vorbeugen, indem es muskuläre Spannungen lindert 26.

Calmosensine beeinflusst außerdem die Wahrnehmung unangenehmer Hautempfindungen wie Wärme und verbessert dadurch den Hautkomfort, wie In-vivo-Studien bestätigen 27.

Darüber hinaus wurden Verbesserungen der Hautelastizität beobachtet, da wichtige dermale Gene für die Bildung elastischen Gewebes hochreguliert werden 27.

X50 Myocept von INFINITEC

X50 Myocept ist eine Mischung aus Palmitoyl Hexapeptide-52, Milchsäure, Glykolsäure und Palmitoyl Heptapeptide-18.

Auch dieser Komplex verringert die Acetylcholinfreisetzung und damit das Signal zur Muskelkontraktion 28.

Nach Angaben des Herstellers soll er Mimiklinien im Augenbereich innerhalb von 28 Tagen um 20 bis 27 % reduzieren 25.

Palmitoyl Hexapeptide-19 — BONT-L Peptide Solution

BONT-L Peptide Solution — Palmitoyl Hexapeptide-19 — ist ein weiterer Kandidat für Cremes mit botulinumtoxinähnlichem Soforteffekt.

Dieses bioaktive Peptid zielt ebenfalls auf den SNARE-Komplex, hemmt dessen Bildung und verringert dadurch die Acetylcholinfreisetzung.

In einer In-vivo-Studie trugen 15 Probanden 28 Tage lang zweimal täglich eine Creme mit 5 % BONT-L Peptide Solution auf. Die Mikroreliefs im Augenbereich nahmen durchschnittlich um 38 % ab 25.

Acetyl Hexapeptide-30 — Inyline

Inyline wirkt postsynaptisch als kompetitiver Antagonist von MuSK und verringert dadurch die Interaktion von Acetylcholin mit seinen Rezeptoren.

In einem In-vivo-Test trugen 20 Frauen im Alter von 41 bis 50 Jahren 28 Tage lang zweimal täglich eine Creme mit einer 5%igen Inyline®-Peptidlösung im Bereich der Krähenfüße auf. Die Faltentiefe nahm um 14,9 % ab 25.

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